Der kam ja nun gestern mal wieder im Fernsehen, also dachte ich mir, weihen wir diesen schönen, neuen Blog doch gleich mal mit diesem Film ein!
Zunächst mal ein paar Fakten: ‚The Faculty‘ ist von 1998, Regie führte ein gewisser Robert Rodriguez, der sich u. a. auch noch für Werke wie ‚From Dusk Till Dawn‘, ‚Sin City‘ und ‚Planet Terror‘ verantwortlich zeichnet und das Drehbuch stammt aus der Feder von Kevin Williamson, der sich auch schon ‚Scream‘ erdacht hat. In der Darstellerrige finden sich bemerkenswert viele bekannte Gesichter aus Film, Fernsehen und sogar darüber hinaus: Elijah Wood, Josh Hartnett, Salma Hayek, Famke Janssen, Clea DuVall, Robert Patrick (der T-2000 aus ‚Terminator 2‘!) sowie Jon Stewart, Moderator der kultigen Daily Show und R'n'B-Superstar Usher mischen alle an dieser Fakultät mit.
Thematisch könnte man sagen, dass es sich bei diesem Film um eine Version von ‚Die Körperfresser kommen‘ für Teenager handelt: Alien-Parasiten landen auf der Erde (natürlich in einer kleinen Stadt in den USA! Kleinstadt-Amerika scheint ja ein beliebtes Reiseziel für extraterrestrische Lebensformen aller Art zu sein, siehe u. a. auch ‚Invasion vom Mars‘, ‚Slither‘ oder ‚Die Nacht der Creeps‘ [der ja sogar direkt im Anschluss lief gestern]. Diesen Filmen werde ich mich übrigens auch noch irgendwann widmen… aber ich schweife ab). Ähm, wo war ich? Ach ja: fiese Bandwürmer aus dem Weltall, kleine amerikanische Stadt. Die Aliens fackeln natürlich nicht lange und bringen binnen Tagen die gesamte High School des Örtchens unter ihre Kontrolle. Die gesamte High School? Nein! Ein zusammengewürfelter Haufen von Schülern kann der Kontrolle durch die Würmer entgehen. Dieser Haufen besteht auf den ersten Blick aus lauter Klischee-Teenies wie man sie aus zig amerikanischen High-School-Komödien her kennt. Doch Rodriguez lässt es dabei glücklicherweise nicht bewenden und verleiht den boys and girls (na ja, sagen wir den meisten von ihnen) im Laufe des Films mehr Tiefe. Am Ende sind die Teens – ich denke, so viel darf ich verraten – das Gegenstück von dem, was sie zu Anfang von ‚The Faculty‘ noch waren. Aber schauen wir uns diese illustre Truppe von pubertierenden Helden doch einmal genauer an – als da wären: Casey (gespielt von Wood), der Loser, auf dem die ganze Schule mit Freude herumhackt; Zeke (Hartnett), ein kluger, aber auch ziemlich fauler Freizeit-Dealer mit typischer ‚Fuck you!‘-Attitüde; Stokes (DuVall), die falsche Lesbe; Stan (Shawn Hatosy), der Football-Star; Delilah (Jordana Brewster), die eingebildete Zicke und zu guter Letzt noch Marybeth (Laura Harris), die brave Neue an der High School. Bewaffnet mit Zekes Wunderdroge (auf welche die Würmer ziemlich allergisch reagieren) nehmen diese Sechs nun mehr oder weniger bereitwillig den Kampf gegen die außerirdische Parasitenplage auf.
‚The Faculty‘ ist alles in allem schon ein sehr spaßiger Streifen, allerdings sollte man ihn sich nicht mit zu hohen Erwartungen ansehen, denn wirklich Neues bekommt man hier nicht geboten. Es mangelt dem Film einfach an wirklich originellen Ideen. Aber wie heißt es doch so schön? ‚Lieber gut geklaut, als schlecht selbst ausgedacht‘ (oder so ähnlich…). Langeweile kommt also keine auf, auch wenn die Zutaten, mit denen hier gekocht wird, schon altbekannt sind. An dieser Stelle sei noch vermerkt, dass ‚The Faculty‘ nicht sonderlich blutig daherkommt – Splatter-Fans, die hier ein Blutbad à la ‚From Dusk Till Dawn‘ erwarten, werden also enttäuscht sein. Ich persönlich finde es gut, dass der Film sich bei drastischer Gewaltdarstellung eher zurückhält. Allein die Szene, in der unsere Helden die Direktorin in dem Glauben erschießen, sie wäre die Wurmkönigin, hat bei mir schon einen ziemlich schalen Nachgeschmack hinterlassen. Sofort fühlte ich mich an Schulmassaker erinnert, wie sie in Erfurt oder Columbine geschehen sind. Hierzu sei aber noch einmal gesagt, dass ‚The Faculty‘ von 1998 ist – damals war es noch nicht so in Mode, auf seine Lehrer und Mitschüler zu schießen.